An die Habaner – mit anderem Namen die Anabaptisten – erinnern sich die Chroniken schon seit dem XVI. Jahrhundert. Sie hatten Glaubensprinzipien und Leitsätze aus der Bibel entnommen und auf diesen fundierte, mehr oder weniger von der Außenwelt abgeschlossen, ihre Gemeinschaft, „Höfe” organisierten sie („Haushaben” – ihr Name stammt wohl hierher). Sie lebten in einer Vermögensgemeinde, in der alle Mitglieder brüderlich gleich behandelt wurden, ruhig, nach innen gekehrt, stützte sich ihr Leben lang ganz auf ihren Glauben und ihre Arbeit, frei von Gewalt und Waffengebrauch. Ihre Geschichte jedoch ist von Anfang an eine Kette mit Verfolgungen. Ihre ersten Gemeinschaften tauchen in den nördlichen Teilen der Schweiz und in Deutschland auf, von wo sie sich schnell in Richtung Tirol, Niederlande und Mähren ausbreiten. Sie gründen zahlreiche Gemeinden in der Venezianischen Republik, erreichen Ungarn, Transilvanien und zuletzt die Gebiete der Zarenländer, und gehen sogar bis nach Übersee.
Die goldene Zeit der Anabaptistenbewegung war von der Mitte des XVI. Jahrhunderts bis zum Anfang des XVII. Jahrhunderts mit dem Zentrum in Mähren.
Hier bauten sie, ohne von Andersdenkenden angegriffen zu werden, verhältnismäßig starke Gemeinden auf, deren Arbeit allgemeine Beachtung fand. Stets übten sie aber nur solche Verrichtugen aus, die nicht gegen ihre Glaubensprinzipien verstießen. In ihren Reihen finden wir Ärzte und Hebammen, Maurer und Dachdecker, aber auch Scherenschleifer und eine große Gruppe von Töpfern, die von italienischen Meistern in Faenza die Technik, aus Altglasur weißes Geschirr herzustellen, erlernt hatten.


Die erste bekannte Habanerfayence aus dem Karpaten-Becken ist ein Wasserbehälter aus dem Jahre 1609.
Die einzigartigen Motive, die Farbkombination und die Fayencetechnik – die eine Eigenständigkeit bildete und sich von der Töpferware der umliegenden Völker stark abgrenzte – wurde schnell beliebt, zuerst nur in den Kreisen der Adeligen, aber später auch in den breiteren Schichten des Volkes.
Die Wahl der Dekorationsmotive machte im Laufe der Jahrhunderte einen Wandel durch, denn die anfänglich verbotenen Mensch- und Tierdarstellungen wurden zum Anfang des XVII. Jahrhunderts zur Gewohnheit. Außer Gebrauchsgegenständen wurden auch Ofenkacheln hergestellt, die man ganz besonders hoch schätzte. Auf einmalige Art bewahrte die Habaner Töpferkunst ihren unverwechselbaren Stil, der von keinen Tendenzen und Modeerscheinungen beeinflusst wurde, für den die geschl
ossene Gemeinschaft eine große Rolle spielte, was für Mitteleuropa ethnographisch und künstlerisch einmalig ist.